Gemeinschaftsprojekt in Corona-Zeiten – Unterstützung der Krankenstation in Gituru

Gemeinsam kann die Partnerschaft der PAB und GSS schon einige sehr erfolgreiche ökologische Projekte vorweisen. Vor allem im Bereich Solar bewegt sich im Umfeld der PAB sowie der GSS seit Jahren einiges. Beim letzten Besuch in Kenia wurde die Krankenstation – englisch: ‚dispensary‘ – in der Nachbarschaft unserer Partnerschule Gituru Secondary School mit vier Masten, auf denen leistungsstarke Solarlampen montiert sind, ausgestattet, sodass diese Einrichtung jetzt auch nach Einbruch der Dunkelheit beleuchtet ist. In dieser ländlichen Gegend ist es von abends halb sieben bis morgens halb sieben total dunkel, es gibt keine Straßenbeleuchtung, die Bauernhäuser haben oft keinen Stromanschluss und sind sehr schwach beleuchtet.

Eine Dispensary ist der im ländlichen Kenia übliche Ersatz für ein Krankenhaus, Arztpraxen in unserem Sinn gibt es ohnehin nicht. Die ‚Wangu Dispensary‘ wird von der Gemeinde mit finanzieller Unterstützung der Bezirksregierung betrieben. Es werden Notfälle und akute Fälle versorgt, es gibt auch HIV-Therapie und -Aufklärung, sie dient als Apotheke; besonders wichtig ist aber Geburtsvor- und nachsorge sowie Geburtshilfe. Die Dispensary ist existenziell nötig für die Dorfgemeinschaft, denn das nächste Krankenhaus liegt mehr als 30 km entfernt. Die Dispensary in Gituru wird geleitet von Cecilia Mwangi, einer ausgebildeten Krankenschwester und Hebamme, die Vollzeitkraft ist, dazu kommt noch eine Helferin in Teilzeit.

Zur Austauschgruppe 2019 in Kenia gehörte auch der Inhaber der Haller Firma Geoplex, Jan Fischer, der sich als Vereinsmitglied aus Interesse auf eigene Kosten unserem Projekt angeschlossen hatte. Seine Firma ist im Altkreis Halle seit zehn Jahren im Bereich Photovoltaik sehr erfolgreich tätig. Jan Fischer unterstützt uns schon seit einiger Zeit mit Geld- und Sachspenden und seinem Know-how; jetzt hatte er sich sogar persönlich mit seiner Arbeitskraft eingebracht. Er leitete unser Solarprojekt – Herstellung von Solarlampen aus Honiggläsern und transportable ’solar boxes’, bestehend aus größerem Solarmodul, Speicherbatterie und Lampe – und war auch bei der Aufstellung der Solarmasten an der Dispensary beteiligt. Bei dieser Gelegenheit kam er ins Gespräch mit der Leiterin dieser Einrichtung, Cecilia Mwangi, die ihm von zahlreichen Stromausfällen berichtete, was bei einer Krankenstation natürlich fatal sein kann. Kühlschränke mit Impfstoffen können nicht mehr arbeiten, Kranke oder Neugeborene können nicht mehr richtig behandelt werden. Es gibt zwar einen dieselölbetrieben Notfallgenerator und einen gasbetriebenen Kühlschrank, das alles bleibt natürlich äußerst problematisch, weil oft Zeit verloren geht.

Die Auflösung dieser Probleme möchten wir nun gemeinsam mit lokalen kenianischen Firmen sowie der Firma Geoplex anpacken. Dazu bedarf es aber solidarischer Unterstützung, die der PAB-Afrika-Club von den Kommunen erhält. Die PAB-Gesamtschule besitzt zwei Standorte. Die Städte Borgholzhausen und Werther unterstützen dankenswerter Weise den Einsatz im Ort unserer Partnerschule. So funktioniert gelebte Solidarität.